Zu einer Jahreshauptversammlung in außergewöhnlichen Zeiten hatte der Stadtverband der CDU Eppelheim im September eingeladen. Normalerwiese findet die JHV immer im Juni eines Jahres statt, wurde aber aufgrund der Corona-Pandemie auf den September verschoben. Trotz der schwierigen Situation im Frühjahr konnte der Vorsitzende Volker Wiegand im Rahmen seines Rechenschaftsberichts auf ein ereignisreiches Jahr zurückblicken. „Die Monatsversammlungen der CDU sind öffentlich und bieten immer interessante Referenten mit spannenden Themen“, so Wiegand. So war im September 2019 Pfarrer Johannes Brandt mit einem Vortrag zu Papst Franziskus zu Gast. Die Monatsversammlungen mit Fraktionssprecher Trudbert Orth zur Kommunalpolitik sowie Stadtrat Horst Fießer zum Volksbegehren Artenschutz waren genauso gut besucht, wie der Vortrag zum Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg mit dem Kreisvorsitzenden Karl Klein MdL. Jeweils war immer ausreichend Zeit für Fragen und zur Diskussion, wie auch bei den öffentlichen Fraktionssitzungen, mit denen die CDU-Fraktion in Eppelheimer Gemeinderat neue Wege gegangen ist. Mit Grillfest, der Weihnachtsfeier und dem Lothar-Wiegand-Skatturnier konnte abseits der Politik das gesellige Beisammensein gepflegt werden.

Die letzten Monate waren dann schon von den Wahlen im kommenden Jahr geprägt.

Hier waren die Delegierten für die Nominierung der Kandidaten für die Landtags- und Bundestagswahl zu wählen. Mit Andreas Sturm als Kandidat für den Landtag und Alexander Föhr für den Bundestag ist die CDU in unserer Region gut aufgestellt.

Der Bericht der Schatzmeisterin Evelin Ruck wurde urlaubsbedingt vom stellvertretenden Vorsitzenden Michael Schönrock vorgetragen. Fraktionssprecher Trudbert Orth hob in seinem Bericht aus der Gemeinderatsfraktion das große Engagement der Fraktion und des Vorstands in dieser schwierigen Zeit hervor.

Der Entlastung des Vorstands für das zurückliegende Geschäftsjahr erfolgte einstimmig. Ein Antrag des CDU-Vorstands wurde ebenfalls einstimmig angenommen: Der Mindestbeitrag für Neumitglieder richtet sich zukünftig nach dem Mindestbeitrag der CDU Deutschlands, derzeit 6 € im Monat. In diesem Zusammenhang wies Volker Wiegand darauf hin, dass Beiträge und Spenden an Parteien bei Angabe in der Steuererklärung zur Hälfte von der Steuerschuld abgezogen werden. So liegt der Mitgliedsbeitrag für ein Neumitglied praktisch bei 36 € im Jahr. Zum Abschluss dankte Volker Wiegand dem Vorstand und der Fraktion für das Engagement für die Eppelheimer Bürgerinnen und Bürger.

Mit einem Blumenstrauß für die Eppelheimer Bürgermeisterin kam Alexander Föhr ins Rathaus, um sich als Bundestagskandidat vorzustellen. „Schließlich ist Patricia Rebmann die einzige Bürgermeisterin im Bundestagswahlkreis Heidelberg/Weinheim“, so Föhr. Der 40jährige Kreisvorsitzende der CDU Heidelberg ist seit 2014 Stadtrat in Heidelberg. Er wurde vom Vorsitzenden der CDU Eppelheim Volker Wiegand und dem Fraktionssprecher Trudbert Orth begleitet. Die Kommunalpolitik stand dann auch im Mittelpunkt des fast einstündigen Gesprächs. Schließlich ist Eppelheim im Norden, Osten und Süden von Heidelberg fast umschlossen. Alexander Föhr kennt Eppelheim sehr gut, hat doch sein Vater über Jahrzehnte bei den Wildwerken bis hinein in Leitungspositionen gearbeitet und er selbst seine ersten Ferienjobs bei Wild gehabt. Patricia Rebmann kam gleich zur Sache, weil sie im Hinblick auf Planungen rund um Eppelheim eine bessere Informationspolitik von Seiten Heidelbergs wünscht. Als Beispiel nannte sie die Planungen zur Straßenbahn über Eppelheimer Gemarkung, von denen sie aus der Zeitung erfuhr. Auch eine Einbindung in und Information über die Entwicklung der Patrick-Henry-Village sei wichtig. „In vielen Bereichen müsse man zusammenarbeiten, ob kurzfristig, wenn es zum Beispiel um die Radschnellverbindung Schwetzingen – Heidelberg geht oder langfristig, bei der möglichen Entwicklung eines Gewerbegebietes nördlich der Eppelheimer Gemarkung,“ so Rebmann. Das Ankunftszentrum in den Wolfsgärten war ein weiteres Thema. Eine Gemeinde oder Stadt, die eine Landeserstaufnahmestelle für das Land betreibt, erhält einen sogenannten LEA-Bonus. Das bedeutet, ihr werden weniger Menschen für die Anschlussunterbringung zugeteilt. Da Eppelheim als nächstgelegene Siedlung von einem Ankunftszentrum in den Wolfsgärten betroffen wäre, wünscht sich Bürgermeisterin Rebmann einen Teil des LEA-Bonus. Alexander Föhr sagte bei diesem Anliegen seine Unterstützung zu. Er bot Rebmann und den weiteren Entscheidungsträgern in Eppelheim seine konstruktive Zusammenarbeit an bedankte sich für den informativen Austausch. Er werde gerne regelmäßig in Eppelheim sein, um zuzuhören und zu unterstützen, wo immer es notwendig sei, so der Bundestagskandidat abschließend.

Bild: Volker Wiegand, Trudbert Orth, Patricia Rebmann, Alexander Föhr – Foto: CDU Eppelheim

 

Auf der Delegiertenversammlung für den Wahlkreis Heidelberg/Weinheim wurde der 39-jäh¬rige Kreisvorsitzende der CDU Heidelberg und Stadtrat, Alexander Föhr, zum Nachfolger des amtierenden Bundestagsabgeordneten Prof. h. c. Dr. Karl A. Lamers nominiert.

Die Versammlung wurde von Peter Hauk, Landesminister für ländlichen Raum und Verbraucher¬schutz geleitet, der zu Beginn der Wahlkreisvertreterversammlung unter Corona-Bedingungen einen spannenden Vormittag vorhersagte. Doch trotz Kampfkandidatur fiel das Ergebnis eindeutig aus: Alexander Föhr setzte sich schon im ersten Wahl¬gang mit 57,7 Prozent, das entspricht 90 Stimmen, gegen seine beiden Mitbe¬werber durch. Auf den Heidelberger Stadtrat Matthias Kutsch entfielen 46 Stimmen und auf Dr. Ulf Martini aus Weinheim 20 Stimmen.
In seiner Bewerbungsrede verurteilte er die randalierenden Horden, die durch Stuttgart gezogen sind scharf: „Jeder Angriff auf Uniformierte ist ein Angriff auf uns alle.“

Föhr warnte zudem vor Grün-Rot-Rot im Bund, da es nicht aufs Schwätzen ankomme, sondern aufs Han¬deln. „Wir werden verhindern, dass Grün-Rot-Rot unser Vaterland regiert“, zeigte er sich kämpferisch.
Zu seinen politischen Zielen gehören die Stärkung des Zusammenhalts in der Gesell¬schaft mit Ehrenamt und Vereinen, die Förderung von Bildung, die Unterstützung von Familien in ih¬rer Eigenverantwortung und eine bestmögliche Ge¬sundheitsversorgung für alle. „Bei der Gesundheitspolitik muss man mehr auf den Menschen achten und weniger auf die Zahlen schauen. Denn wir sind die Partei mit dem C – und darauf bin ich sehr stolz“, betonte Alexander Föhr. Dass er mit seiner Bewerbungsrede den richtigen Ton traf, zeigte sich beim Applaus, als sich viele der Delegierten von ihren Plätzen erhoben.

Der amtierende CDU Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises, Prof. h. c. Dr. Karl A. Lamers, betonte, dass er seinen Nachfolger bis zur Bundestagswahl bestmöglich unterstützen werde, damit der Wahlkreis Heidelberg/Weinheim wieder direkt von einem CDU-Abgeordneten vertreten werde. Denn für diesen Wahlkreis heißt es: Direkt oder gar nicht.

„Anfang März habe ich frei und selbstbestimmt erklärt, dass ich die Stafette weiterreichen möchte an die nächste Generation. Miteinander haben wir ein Wunder vollbracht, seit 26 Jahren ununterbrochen in Berlin präsent zu sein! Ich bin dankbar für diese großartigen Jahre und Jahrzehnte eines gemeinsamen furiosen Einsatzes, in denen wir viel gekämpft, gearbeitet und viel für die Menschen erreicht haben“, so Lamers.

Mit Blick auf die Bundestagswahl 2021 rief er dazu auf, sich in der CDU nicht heillos über Parteivorsitz und Kanzlerkandidaten zu streiten. An den bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder appellierte er, noch vor dem CDU-Parteitag im Dezember klar und deutlich zu sagen, was er wolle – Bayern oder Berlin. Die Delegierten verabschiedeten ihn nach seiner Rede stehend mit lang anhaltendem Beifall. Im Namen des Stadtverbandes der CDU Eppelheim gratulierte der Vorsitzende Volker Wiegand Alexander Föhr zur Nominierung und sagte die volle Unterstützung für den Wahlkampf im nächsten Jahr zu.

Bild: Volker Wiegand, Alexander Föhr – Foto: CDU Eppelheim