Unterstützung für Kinder, Jugendliche und Familien in schwierigen Lebensphasen Eppelheim. Hilfe und Unterstützung für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern: Dies bietet die psychologische Beratungsstelle (PBS). Von dieser wichtigen Arbeit konnte sich der Landtagsabgeordnete Andreas Sturm bei einem Besuch der PBS in Eppelheim überzeugen. Im Gespräch mit dem Leiter und Geschäftsführer Heiko Böhler sowie Volker Wiegand vom Vorstand des Trägervereins „Erziehungsberatung und Frühhilfe für das Kind e.V.“ informierte sich der CDU-Abgeordnete näher über die Arbeit der PBS und die aktuelle Situation im Landtagswahlkreis.
„Der Bedarf an psychologischer Beratung und Unterstützung ist enorm und in den letzten Jahren stark gestiegen. Allein im Jahr 2024 haben wir an der PBS Eppelheim 513 Fälle betreut“, erläuterte Böhler, der selbst Psychologe ist. Insbesondere nach der Corona-Pandemie verzeichne man einen deutlichen Anstieg der psychischen Erkrankungen gerade auch bei Kindern und Jugendlichen. Sturm sprach mit Böhler auch über Ursachen und Folgen dieser Entwicklung. „Wir sehen zunehmend Störungen in der sozial-emotionalen Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen“, so Böhler. Ursächlich sei unter anderem die Bindungsverfügbarkeit von Eltern. Diese nehme durch verschiedene Gründe ab, wie beispielsweise durch berufliche Logistik der Eltern, psychische Belastungen der Eltern, zu wenig Unterstützung durch verfügbare Großeltern und auch mangelndes Entwicklungswissen, sowie Trennung und Scheidung bereits im frühen Alter der Kinder. „Dies beobachten wir durch alle sozialen Schichten hindurch. Dabei sind eine enge Eltern-Kind-Bindung und Betreuung gerade im frühkindlichen Alter besonders wichtig“, erklärte Böhler. Psychischen Erkrankungen würden auch bei Eltern wie in der gesamten Gesellschaft deutlich zunehmen. Einsamkeit und Erschöpfungssymptome würden quer durch alle Altersgruppen steigen. „Aufstieg durch Bildung ist ein zentrales Versprechen in unserer Gesellschaft. Wir wissen aus Befragungen, dass immer weniger junge Menschen in unserem Land an dieses Aufstiegsversprechen im Rahmen des Generationenvertrages glauben. Sie haben Zukunftsängste und glauben nicht, dass es ihnen einmal besser gehen wird als Generationen vor ihnen. Dies wirkt sich negativ auf Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit junger Menschen aus“, erläuterte der PBS-Geschäftsführer. Zudem spielten in ihren negativen Auswirkungen auch Onlinemedien eine Rolle. All dies führe zu einem Anstieg des Risikos für psychische Störungen wie Depressionen oder Angstzustände bei Kindern und Jugendlichen. In diesem Zusammenhang betonte Sturm die Wichtigkeit der Ausbildung von Medienkompetenz in den Schulen. Hier werde man weiter einen Schwerpunkt im Land setzen und den Unterricht in diesem Bereich stärken und ausbauen.
Insgesamt gebe es fünf psychologische Beratungsstellen im Rhein-Neckar-Kreis. Der Einzugsbereich der PBS in Eppelheim umfasse unter anderem auch die umliegenden Gemeinden Plankstadt, Schwetzingen, Brühl, Ketsch, Oftersheim, Hockenheim, Reilingen, Neulußheim und Altlußheim. Hier biete die PBS regelmäßig und bei Bedarf auch Beratung vor Ort in den Kommunen an. In Schwetzingen habe man gerade erst neue Räumlichkeiten in der Markgrafenstraße 2/9 am neuen Messplatz bezogen und eingerichtet. Das Angebot der PBS umfasse entwicklungspsychologische Beratung, Erziehungs- und Jugendberatung, Supervision und Praxisberatung, „Wir bieten hier mit einem Team an geschultem Fachpersonal ein niederschwelliges Angebot für eine psychologische Beratung für Kinder, Jugendliche und Eltern in schwierigen Lebenslagen und persönlichen Krisen“, erläuterte Böhler. Dabei arbeite das Team mit viel Herzblut und persönlichem Engagement. Die Betreuung bestehe aus mehreren Sitzungen. Bei Bedarf könne man an niedergelassene psychologische Praxen zur weiteren Betreuung vermitteln. Hier gebe es eine enge Verzahnung und Kooperation, so Böhler. Zudem betreibe die PBS auch wichtige Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit. „Wir klären an Kindertageseinrichtungen und Schulen über psychologische Beratungs- und Unterstützungsangebote auf und beraten auch vor Ort in regelmäßigem Turnus in Kooperation mit den Einrichtungen. Wir sprechen mit dem pädagogischen Fachpersonal und mit Eltern beispielsweise im Rahmen von Elternabenden. Unsere Botschaft ist: In persönlichen Krisen wird man nicht allein gelassen, es gibt Hilfe und Unterstützung“, machte Böhler deutlich. Kooperationen bestehen ebenfalls mit dem Jugendamt und den Familiengerichten. Die PBS biete auch hier Hilfe, Unterstützung sowie Schulungen und Weiterbildungsmöglichkeiten an. Bei Gefährdungen des Kindeswohles könne man sehr schnell handeln und eingreifen, berichtete Böhler.
Volker Wiegand, der zudem Vorsitzender der CDU Eppelheim und Stadtrat ist, erläuterte Sturm die Finanzierung der PBS. Die Personalkosten übernehme der Landkreis, die weiteren Kosten für Räumlichkeiten und für Sachmittel würden hauptsächlich die beteiligten Kommunen finanzieren. „Wir sind sehr dankbar für die finanzielle Unterstützung durch den Rhein-Neckar-Kreis und die Kommunen in der Region sowie für private Spenden. Ohne dies wäre das Angebot der psychologischen Beratungsstelle nicht möglich“, so Wiegand. „Die psychologischen Beratungsstellen im Rhein-Neckar-Kreis leisten unverzichtbare Arbeit. Ein großer Dank gilt allen Mittarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre wichtige Arbeit sowie dem Rhein-Neckar-Kreis und den beteiligten Kommunen, die dieses Angebot finanzieren. Jeder hier investierte Euro in frühzeitige Unterstützungs- und Beratungsangebote ist gut angelegt, um späteren schweren psychischen Erkrankungen und deren Folgen entgegenzuwirken“, erklärte Sturm abschließend. Weitere Informationen zur Arbeit der PBS, zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten sowie Kontaktdaten gibt es unter pbs-eppelheim.de.
