Außen- und Sicherheitspolitik im Mittelpunkt
Aktueller hätte die öffentliche Monatsversammlung der CDU Eppelheim am 10. März 2026 nicht sein können. Wenige Tage nach dem Beginn des Irankriegs konnte mit dem Honorarkonsul der Republik Estland, Prof. h.c. Dr. Karl A. Lamers ein ausgewiesener Außen- und Sicherheitspolitiker als Referent gewonnen werden. Der frühere Bundestagsabgeordnete ist seit vielen Jahren freundschaftlich mit dem CDU-Stadtverband verbunden. So würdige er nach einer Schweigeminute zu Beginn der Versammlung den plötzlich verstorbenen früheren Vorsitzenden und Stadtrat Rolf Bertsch als einen wunderbaren Menschen, der immer da war, wenn man seinen Rat und seine Unterstützung brauchte.
In seinem Vortrag ging er zunächst auf die Landtagswahl in Baden-Württemberg ein. Er gratulierte Andreas Sturm, MdL, der mit weitem Abstand die meisten Erstimmen in seinem Wahlkreis erhalten hatte. „Mit ihm haben wir einen tollen Abgeordneten, der unglaublich viel leistet und hoch engagiert ist“, so Lamers. In den beiden letzten Wochen des Wahlkampfs sei versucht worden, im Stil eines Donald Trump den Menschen Manuel Hagel kaputt zu machen. Den Mitgliedern der CDU rief er zu: „Lasst euch diesen Sonntag nicht schlecht reden. Wann hat letztmalig die CDU bei einer Wahl 5,5% gewonnen? Wir können stolz sein auf das, was wir am Sonntag erreicht haben.“ Bei diesem Ergebnis der Stimmengleichheit zwischen Grünen und der CDU im Landtag von Baden-Württemberg muss im Koalitionsvertrag deutlich die Handschrift der CDU zu erkenne sein.
Dann ging es mit Dr. Karl A. Lamers, der kürzlich seinen 75. Geburtstag feiern durfte, auf einen politischen Rundflug durch die aktuelle Weltpolitik. Bezogen auf die Position unseres Landes sagte er: „Bundeskanzler Friedrich Merz hat Deutschland in Europa und in der Welt wieder eine Stimme gegeben.“ In diesem Zusammenhang hob er die Rede von Friedrich Merz bei der Münchner Sicherheitskonferenz hervor. 3 Punkte, die Karl A. Lamers hier wichtig sind: 1. Deutschland stark machen 2. Europa einigen 3. Die transatlantische Partnerschaft wieder stärken. Hier ging er auf die Politik in Amerika unter Donald Trump ein. „Die Demokratie ist in der Krise – bedroht von innen und außen – nicht nur in Amerika“, so Lamers. Die Maga-Bewegung in Amerika ist ein Kulturkampf – eine Ideologie. Es geht um die Ablehnung internationaler Institutionen und Organisationen, um die Ablehnung der Meinungsfreiheit, gegen die Wissenschaftsfreiheit und gegen die Pressefreiheit. „Wir regen uns über Putin auf, der das Völkerrecht mit Füßen tritt. Wir müssen uns aber mit Donald Trump kritisch auseinandersetzen“, so Lamers.
Dann beleuchtete er den Krieg in der Ukraine, der inzwischen über 4 erschreckende Jahre andauert. Putin will die Ukraine als souveränen Staat auslöschen. Das dürfen wir nicht zulassen. Ein weitere Punkt in dem knapp einstündigen und dennoch kurzweiligen Vortrag war die Entwicklung im Iran, der in der Zwischenzeit 12 Staaten im Nahen Osten angreift. Lamers ging hier auf die Rolle der UNO ein, die sich einmal mehr als handlungsunfähig erweist, weil Russland und China ein Vetorecht haben.
In der anschließenden Diskussion, an der auch Bürgermeister Matthias Kutsch teilnahm, stand dann die Rolle Deutschlands und Europas in diesem Spannungsfeld im Mittelpunkt, aber auch das Ergebnis der Wahl wurde ausgiebig diskutiert. Der Vorsitzende des Stadtverbandes, Volker Wiegand, dankte abschließend für den hochinteressanten Vortrag und den Mitgliedern und Freunden der CDU Eppelheim für die lebendige Diskussion.



